AKTUELLES
Die Premiere von GEISTERSTÜCK, Uraufführung von Fabienne Dür, ist bereits ausverkauft! Es gibt noch Karten für den 18. Januar. Ticket sichern!Am 18. Januar ist Theatertag und Sie können das Stück zum halben Preis erleben und im Anschluss gibt es ein Nachgespräch.
Rolltreppe abwärts, aber Gruselglück: Geisterstück von Fabienne Dür am Zimmertheater Tübingen (Uraufführung)
Eine Shopping-Mall, die schon bessere Tage gesehen hat. Darin, im Untergeschoss, eine nicht mehr den neuesten Gruseltrends entsprechende Geisterbahn, in der drei Figuren festklemmen und in ihrem geschlossenen Kosmos (un-)freiwillig ein schräges Eigenleben führen. Dazu gehören der sich in einer Familientradition wähnende Geisterhausbesitzer Hugo, genannt „Boss“ sowie die ehemalige Verkäuferin und in einer alten Beziehung klebende Sunny, ebenso Live-ErschreckerIn. Und Marina, die eine akademische Karriere angestrebt hatte, nun erfolglos Tickets verkauft und gerne auch ein Kostüm tragen würde. Dabei erscheint die Welt des Geisterhauses wie ein vielschichtiges menschliches Vivarium, in dem die drei wie Geister herumspuken und mit Gruseleffekten experimentieren, indem sie sich selbst, den Anderen und uns als Publikum etwas vorspielen. In diesen Momenten blitzen immer wieder geplatzte Illusionen, Sehnsüchte und die Versuche eines individuellen oder kollektiven Aus- und Aufbruchs in eine andere Welt auf.
Vor allem aber bewegt einen die spannende Frage, inwieweit die Geisterbahn als Spielraum zwischen (ermüdeter) Tradition und (überhitzter) Innovation, Sein und Schein, aber auch mit seinen Strategien des unzuverlässigen Erzählens nicht ebenso als eine Metapher für das Theater - und damit auch als Konzentrat von Gesellschaft und Welt gelesen werden kann.
Tobias Schilling, der bereits Dürs Stück „Gelbes Gold“ 2022 am Staatstheater Kassel mit großem Erfolg uraufführte, sagt dazu: „Ein zentrales Thema ist die Angst, speziell die Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven des Scheiterns, die an einem skurrilen Ort wie dem Geisterhaus aufeinandertreffen. Mich interessiert das Thema Horror und die Frage, wo der wahre Horror eigentlich liegt. In der Geisterbahn selbst oder vielmehr in dem Moment, in dem wir nach der Reise durch diese künstliche Horrorwelt wieder in unsere Realität zurückkehren.“
Fabienne Dür, geboren 1993 in Berlin ist Autorin, Theatermacherin und u.a. Preisträgerin des Retzhofer Dramapreises 2025. Ihr Debütstück „Gelbes Gold“ erhielt im selben Jahr den Nachspielpreis des Heidelberger Stückemarktes und wird ab Ende April 2026 am Schauspiel Stuttgart erneut inszeniert.
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17. Januar GEISTERSTÜCK eine Uraufführung von Fabienne Dür (bereits ausverkauft! Es gibt noch wenige Karten für den 15. & 18. Januar)
22. Januar Remstal-Rebell - ein musikalisch-erzählerischer Abend über Helmut Palmer *nur am 22. Januar in Tübingen*
14. Februar ESCHENLIEBE Beziehungskomödie oder Umweltfarce von Theresia Walser. Gastspiel des Theater Aalen *nur am 14. Februar*
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OH GOTT
Alle Vorstellungen bis Mitte März ausverkauft! Weitere Vorstellungstermine im März/April (Termine buchbar)
Alle Vorstellungen von OH GOTT!
DAS SCHREIBT DIE KRITIK ÜBER "OH GOTT!"
"Absolut sehenswert!" Schwäbisches Tagblatt
"Spritzige Dialoge, Wortwitz, überraschende Wendungen, Tiefgang und Relevanz." Reutlinger General-Anzeiger
"Balance zwischen Comedy und Tiefgang" nachtkritik
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Spielzeitstart KOMM INS OFFENE
Hochverehrtes Publikum,
es ist mir eine Ehrfreude, erneut am ZIMMERTHEATER mit den inzwischen ZWEI Spielorten in der Bursagasse 16 und der Kornhausstraße 5 - in der Nachbarschaft des Turms, in dem Friedrich Hölderlin über 36 Jahre lebte - arbeiten zu können. Ihm verdanken wir auch unser Spielzeit-Motto und hoffen zuversichtlich, dass Sie unsere Arbeit offen begleiten werden.
Ich schätze das Theater als einen Ort, an dem ich nicht mit mir einer Meinung sein muss, an dem ich lachen, aber auch dorthin mitgenommen werden kann, wo es schmerzt. Denn was uns auf der Welt nicht gefällt, existiert meist nicht, weil wir hingucken, sondern weil wir zu oft weggucken. Und alle wesentlichen Erfahrungen gehen durch etwas hindurch. Nochmals Hölderlin: sich aber nicht zu fühlen, ist der Tod.
Es wird Kontinuitäten geben. Johanna Engel und Jel Woschni werden zu unserer Freude weiter bei uns spielen, Magdalena Schönfeld wird mit PATIENT ZERO und PRIMA FACIE wieder zwei zeitgenössische Stücke inszenieren. Und mit GEISTERHAUS von Fabienne Dürr – der Hausautorin der vergangenen Spielzeit – wird es aufs Neue eine Uraufführung geben.
Eröffnen werden wir am Samstag, den 13.9. allerdings mit MUTTERS COURAGE, uraufgeführt 1978 an den Münchner Kammerspielen vom Autor George Tabori, der 1972 auch kurz Intendant am Tübinger Zimmertheater war. Gemeinsam mit Sigrun Schneider-Käthner darf ich seit dreißig Jahren diese wahre Geschichte über die wundersame Rettung seiner Mutter vor Auschwitz spielen; auch schon – in englischer Sprache – 2022 in New York und 2024 in der Villa Aurora in Los Angeles. Und nun zu unserer großen Freude auch in Tübingen.
Noch viel weiter in die Theatergeschichte zurück reisen wir mit DER STURM von William Shakespeare, über den Stanislav Lem sagte: „Seit dem lieben Gott hat Shakespeare am meisten auf der Welt erschaffen“. Den Prospero wird übrigens Bernhard Hurm spielen.
Und obwohl ich gar nicht an Gott glaube, wird derselbe in der kommenden Spielzeit nicht nur im Zimmertheater auftauchen, sondern in dem Stück OH MEIN GOTT von Anat Gov sogar bei uns therapiert werden.
Darüber hinaus wird es immer wieder Sonntags um 18.00 musikalisch-literarische Soireen gemeinsam mit Christoph Denoth geben, einem prägenden klassischen Gitarristen unserer Zeit. Zum Auftakt am 14.9.: VERWEILE DOCH! DU BIST SO SCHÖN!, mit Gedichten über die Liebe und die Vergänglichkeit. Auch ein Gedicht, sagt Paul Celan, will zu einem anderen, es braucht dieses Andere; es braucht ein Gegenüber.
Wir freuen uns auf Ihre Besuche.
Herzlich
Thomas Bockelmann
PS: Möchten Sie nicht Mitglied unseres Freundeskreises werden? Hier finden Sie das Beitrittsformular.
Und da wir ab 2026 mit einer Kürzung von mehr als einem Viertel (!) unseres Etats werden umgehen müssen, freuen wir uns auch über jede andere Art von Unterstützung: steuerlich absetzbare Spenden, gezieltes Sponsoring für Stückaufträge, – z.B. an Theresia Walser – für Gastengagements, für Bühnenbilder, für Kostüme etc. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Wir werden in jedem Fall – mit allem, was wir können und allem wir sind – dafür kämpfen, dass es das Tübinger Zimmertheater noch sehr lange gibt!