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Die Geschichte des Zimmertheaters Tübingen

Zimmertheater Tübingen - seit jeher zeitgenössisch

Das Zimmertheater Tübingen feiert 2018 sechzigjähriges Bestehen. Am 6. Dezember 1958 fand das Freie Theater Thespiskarren in den ehemaligen Laborräumen der Trapp´schen Apotheke mit der Eröffnungspremiere von John Osbornes "Blick zurück im Zorn" seine feste Spielstätte. Den Gründern Heinz E. Johst, Werner Johst und Tom Witkowski folgten Theaterleitungen nach, deren künstlerische Arbeit der kleinen Bühne mit ihren beiden Theaterräumen direkt am Neckarufer ihren hervorragenden Ruf verschafften. Immer wieder fand das Tübinger Zimmertheater zu überregionaler Beachtung, große Theaternamen wirkten hier, und Theaterkarrieren nahmen von der Bursagasse aus ihren Lauf. 

Der Tänzer und Intendant Salvatore Poddine wirkte ab dem Jahr 1967 in Tübingen - in dessen Zeit entwarf der Designer Frieder Grindler die Theaterplakate. Übergangsweise leitete George Tabori das Zimmertheater, der hier am 2. Mai 1972 gerade die Uraufführung seiner „Clowns“ inszenierte. Ihm nach folgten die Intendanten Helfrid Foron (bis 1979), Siegfried Bühr (in dessen Zeit Carl Hegemann hier seine Theaterinitation erlebte), Hartmut Wickert, Thomas Bockelmann (1988–1993) und Crescentia Dünßer/Otto Kukla. Bis 1998 hatte das Haus stets ein eigenes Ensemble. 1996 übernahm als Intendant und Geschäftsführer Klaus Metzger die Leitung, dem 2002 Vera Sturm nachfolgte. 2007 starteten Christian Schäfer und Axel Krauße erneut mit festem Ensemble, ab 2013 leitete er das Haus alleinverantwortlich. Er geht als Dienstältester Intendant in die Zimmertheatergeschichte ein. Zum 60. Geburtstag des Theaters wechselt zur Spielzeit 18/19 die Intendanz. Mit Dieter und Peer Ripberger tritt ein junges Intendantenteam die Aufgabe an, die progressive Theatergeschichte des Zimmertheaters fortzuschreiben - mit festem Ensemble und einer dezidiert zeitgenössischen Ausrichtung.

Das Zimmertheater Tübingen ist als gemeinnützige GmbH in überwiegend städtischer Trägerschaft organisiert und erhält institutionelle Zuwendungen von Stadt, Land und Landkreis.

Eine zum 50. Jubiläum erschienene Chronik zeichnet die Geschichte des Zimmertheaters akkurat nach. Sie ist über das Theater erhältlich.

 

Zum 60. Geburtstag im Jahr 2018 wurde ein digitales Archiv entwickelt:

Eine Produktion des Monster Control District (MCD)

„SECHZIG JAHRE ZIMMERTHEATER - EINE MONTAGE“ will durch das Mittel der Montage einen anderen Zugang zu Geschichte bekommen. Fragmente persönlicher Erinnerungen, Archivmaterial, öffentliche und vergessene historische Zeitdokumente werden in MCDs Computerprogramm NOTA in Beziehung gesetzt und zu einem neuen Raum montiert. Anders als bei einer klassischen Chronik steht hier nicht der Blick zurück, Vollständigkeit oder Chronologie im Vordergrund, sondern die Herstellung neuer poetischer Verknüpfungen und das Aufzeigen von Spannungsverhältnissen, Lücken und erfolgreichen sowie gescheiterten Theater-Modellen.

Website: itz.nota.space 

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Gefördert durch den Verein der Freunde der Tübinger Kultur e.V.