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BRING MIR DEN KOPF VON KURT COBAIN

Werner Fritsch
Auftragswerk des Zimmertheaters Tübingen
Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Uraufführung

 

Tübingen-Premiere:
12.06.2009
Gewölbe

Regie:
Patrick Schimanski

Bühne und Kostüme:
Colin Walker

Musik:
Sven Pollkötter
Marc Awolin
Besetzung:
Cobain:
Frank Siebenschuh
Love:
Viola Neumann
X:
Siegfried Bühr

Presse:

Schwäbisches Tagblatt

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgarter Zeitung

Süddeutsche Zeitung

Südwest-Presse

mehrtheater
Deutschlandradio Kultur
Frankfurter Rundschau
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Jemand, der keine Marionette des Marktes sein will. Der, plötzlich Mainstream, gegen den Strom zu schwimmen versucht.

Ein Friedhof, übersät mit Whiskeyflaschen und zerquetschten Coladosen. Ein gewaltiger Baum voller Blätter und das Summen eines Strommastes. Im Hintergrund das Meer. Man glaubt auch, Stimmen zu vernehmen. Der Sound des amerikanischen Broadcast-Bombardements. Was findet hier statt? Was beginnt? Ein Trip vor dem Tod? Ein Trip angesichts des Todes? Oder ein Trip durch den Tod? In jedem Fall eine Reise durch diverse Stationen und Metamorphosen, die diffus an das ägyptische Totenbuch erinnern: jener ältesten Topographie des Traums / des Todes / der noch immer weißen Zonen eines Gehirns, das bald in roten Fetzen durch die Luft fliegt.
Meine Texte sind ein riesiger Haufen von Widersprüchen. Kurt Cobain im Augenblick des Todes. Kurz bevor er sich die Waffe an den Kopf hält. Ihm erscheinen Courtney Love und William S. Burroughs (mit dem der Musiker eine CD eingespielt hat). Oder ist es ein von der Musikindustrie (oder von seiner Frau Courtney?) angeheuerter Killer? Der Tod und der Traum sind ein Gebiet der absoluten Möglichkeiten. Nichts ist hier begrenzt, bestimmt, stabil – alles ist im Fluss. Das ICH des Kurt Cobain ist an diesem Ort ein Prisma, in dem sich die die westliche Welt dominierenden kulturellen Einflüsse brechen. Gleichzeitig besteht ein Ich, das gegen diese Einflüsse aufbegehrt.

Fast alle meine Texte sind CUT-UPs, Ausschnitte aus Gedichten und so was. Und sie stammen aus Gedichten, die meistens selbst keine richtige Aussage haben, die selbst CUT-UPs sind. (Kurt Cobain)
Indem sich der Autor Werner Fritsch in diesem Auftragswerk mit den schillernden Facetten des Musikers und Dichters beschäftigt, setzt er diese Reihe von CUT-UPs fort: mit Ausschnitten, Fragmenten und Wortmeldungen eines Künstlers, der sich in seiner Komplexität und Unberechenbarkeit nie mit den Forderungen und Begehrlichkeiten des Marktes anfreunden konnte.

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