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DIE HUMANISTEN

Ernst Jandl

 

Premiere:
26.01.2008
Gewölbe

Regie:
Axel Kauße

Ausstattung/Dramaturgie:

Nina Thiele

Musik/ Toncollagen:

Mario Keipert

Musikalische Einstudierung:

Peter Weiß

erster mann:

Robert Arnold

zweiter mann:

Endre Holéczy

dritter mann:

Rosario Bona

frau:

Hannah Kobitzsch

Presse:

Die deutsche Bühne

Schwäbisches Tagblatt

Reutlinger Generalanzeiger

Reutlinger Nachrichten

Stuttgarter Nachrichten

DIE ZEIT

Zwei selbst ernannte Nobelpreisträger - ein ‚kunstler' und ein ‚universitätenprofessor' - ergehen sich über die großen Themen der Menschheit: Sprache, Kunst, Kultur, Frau. Schäumendes Bildungsgeschwafel über das ‚kunstvaterland', selbstgefällig und pfauenhaft, denn ‚deutschen sprach sein ein kulturensprach'. Ernst Jandls geniales Konversationsstück ‚die humanisten' (Uraufführung 1976 in Graz) ist eine ironische Entlarvung von Menschen, die den Wert ihres Daseins nur über Titel, Renommeé und gesellschaftlichen Stellenwert definieren. Die sich Künstler oder Wissenschaftler nennen, um ihren Opportunismus und ihre Machtgier zu kaschieren. Dies alles muss mit Sprache hergestellt werden. Um das zu karikieren, hat Jandl für das Philistertum der "Humanisten" eine Kunstsprache entwickelt, die zwar auf der deutschen Sprache fußt, aber eine ganz eigene Grammatik enthält. Nichts ist so, wie es scheint. Jandl "(..)sitzt in seinem Wort-Spielsalon, hat seine Konson-Antennen ausgefahren und treibt Vok-Algebra, und manchmal führt er übermütig buchstabierend vor, dass die Sprache auch eine Art Buchsta-Bierbrauerei sein kann" (Georg Hensel)

Ernst Jandl, (1925-2000) Büchner-, Kleist-, und Hölderlinpreisträger, ist einer der bekanntesten österreichischen Autoren des letzten Jahrhunderts und einer der konsequentesten Weiterentwickler des Dadaismus. Vor allem Jandls Lyrik sorgte früh für Furore, die Lesungen seiner "konkreten Poesie" waren legendär; 1988 erhielt er dafür den Deutschen Kleinkunstpreis. Sein Gedicht "Ottos Mops" erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. "Die Humanisten" entstand aus Gegenwehr zu einer eklatanten Reaktion ‚braver Bürger' anlässlich der Aufführung von Wolfgang Bauers ‚Gespenster' im Rahmen des ‚steirischen herbstes '75'. Nach der Inszenierung von Jandls Sprechoper "Aus der Fremde" durch Vera Sturm im Jahre 2003, setzt das Zimmertheater die Beschäftigung mit Ernst Jandl fort. Unweit der Wohn-und Arbeitsstätte von Johannes Reuchlin(1455-1522), Deutschlands erstem Humanisten, drängt sich die Aufführung des Stückes förmlich auf.
Mit "Die Humanisten" nimmt das Zimmertheater an der Theateroffensive Reutlingen teil.

 

 

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